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Log of DM5HF

Montag, 22. Mai 2017

KiwiSDR - Remote RX im Betrieb

Die SDR-Technik ist nicht mehr aufzuhalten. Empfangsqualität, die vor 10 Jahren noch sehr teuer war, lässt sich heute preiswert und mit erstaunlichen Add Ons versehen. Der jüngste Sproß, für den ich mich begeistern konnte, ist der KiwiSDR, der jedoch nur übergangsweise bei mir beheimatet ist. Ziel soll es sein, die AG Schulfunk in Hamburg für das Projekt zu begeistern, um den SWL-Nachwuchs auch mit den modernsten Entwicklungen rund um den Amateurfunk zu motivieren.
Dieser kleine Empfänger ist etwa so groß wie eine Zigarettenschachtel und umfasst neben dem SDR auch einen Webserver. Damit ist es möglich, nicht nur zu empfangen, sondern den Empfang auch mit anderen Nutzern zu teilen. Bis zu vier Nutzer können sich über das Internet simultan auf den Kiwi schalten und von einander unabhängig lauschen.
Auf das Lauschen allein begrenzt sich der Kiwi jedoch lange nicht. Die Eingabemaske wird auf allen gängigen Webbrowsern vom Smartphone, über das Tablet bis hin zum PC dargestellt und erfordert keine zusätzliche Installation. In dem überall optisch gleichen User Interface ist z.B. auch ein WSPR PlugIn integriert, sodass auch auch hier ein Monitoring stattfinden kann (s.u. links)
Der Aufbau des Kiwi ist simpel. Zugegeben wirkt das Gehäuse eher suboptimal, da es von Kunststoffnieten zusammengehalten wird. Ein kleines 5A Netzteil mit Dauerläufer-Qualitäten empfiehlt sich zum Betrieb, wobei ich mich für ein kleines Meanwell Netzteil entschloss.
Als nächster Schritt ist der Kiwi noch in das heimische WAN zu integrieren, was aber mithilfe der online abrufbaren Unterstützung nach "wenigen" Stunden funktionierte. Da ich im Keller über keinen LAN Anschluss verfüge, gelang es doch tatsächlich, über einen FritzRepeater eine funktionierende Verbindung von der internen IP zur Public IP zu generieren:
Zuletzt muss nur noch eine HF-Antenne angeschlossen werden, die GPS-Antenne ist bereits im Lieferumfang enthalten und bietet eine sehr gute Zeitbasis. Als Antenne nutze ich in Zittau aktuell eine 84m Drahtschleife:
Zu sehen ist der Kiwi hier: KIWI SDR . Mittels click auf den Link können sich vier Benutzer gleichzeitig auf dem Kiwi tummeln. Eine Übersicht an weiter verfügbaren Kiwis und RTL Sticks, die über das Internet angewählt werden können, findet sich hier: www.sdr.hu .

Mittwoch, 3. Mai 2017

LiPo Akku für KX3 und KXPA

Seit mittlerweile vielen Jahren nutze ich beim Funken im /portabel Betrieb die bewährte Technik der Bleigelakkumulatoren. Diese Akkus haben den Vorteil, dass sie in der Beschaffung recht günstig sind und grundsätzlich eine hohe Kapazität zur Verfügung stellen. Darüber hinaus betreibe ich einige meiner Bleigelakkus bei entsprechender Pflege seit mehr als fünf Jahren ohne Probleme (z.B. Yuasa 17 Ah).
Der eindeutige Nachteil von Bleigelakkus liegt im Gewicht. Bezogen auf die Kapazität von 17 Ah muss mit etwa 6 Kg Gewicht gerechnet werden. Damit ist ein solcher Akku in der Regel oft so schwer oder gar schwerer als der Rest der portablen Funkstation. Das Missverhältnis fällt bei Elecrafts Kleingeräten KX3 und KX2 natürlich besonders ungünstig aus.

Als Lösung aus heutiger Sicht ergibt sich der Einsatz von Li-Akkumulatoren. Hier gibt es verschiedene Technologien, z.B. jene mit LiFePO4 oder LiPo. Zwar bieten LiFePO4 Akkus eine Nennspannung von 12 V, allerdings ist ihr Gewicht wiederum höher, als jenes von LiPo Akkus. Letztere verfügen allerdings über eine Nennspannung von lediglich 11,1 V. Insofern wird die Frage, welcher Akkutyp passend ist, vor allem vom verwendeten Equipment beantwortet. Transceiver wie der FT857 benötigen eine Spannung von eher 12 als 11 V, um bestimmungsgemäß zu funktionieren. Hinsichtlich der Nennspannung muss jedoch angemerkt werden, dass die Ladeschlussspannung des LiPo Akkus bei 12,4 V liegt. Das ist auch der Grund, warum ich die Bauart mit 3 Zellen bevorzuge, da ein 4 Zellen Modell eine Nennspannung von 14,8 V aufweist und damit eine Ladeschlussspannung bietet, die deutlich über 15 V liegt und somit einen Spannungswandler oder das temporäre Eischleifen einer Diode erfordert.
Da der KX3 sowie die KXPA 100 mit 11 V noch zuverlässig arbeiten und ich den Aufwand einer Spannungsanpassung scheute, fiel meine Wahl auf ein 3 Zellen Modell mit 11,1 V bei 16.000 mAh und lediglich 1000g Gewicht. Dieser Akku verfügt neben dem klassischen Plus- und Minuspol auch für den Anschluss eines Balancers. Dieser ist notwendig , weil der Ladeprozess bei LiPo Akkus doch komplexer als bei Bleigelakkus ist. Der Balancer wird an ein entsprechendes Ladegerät angeschlossen und sorgt dafür, dass alle 3 Zellen dieselbe Spannung am Ende des Ladevorgangs aufweisen.
Als Ladegerät habe ich ein Junsi iCharger 208B beschafft, das in der Lage ist, bis zu 8 Zellen mit einem entsprechenden Balancerboard zu laden. Abhängig vom genutzten Netzteil (ja, dieses ist zusätzlich notwendig) kann der Ladestrom bis zu 30 A betragen.
Ähnlich wie bei Bleigel Akkus ist das Thema Pflege auch bei LiPos wichtig. Neben einem sorgsamen Umgang, was insbesondere mechanische Einwirkungen betrifft, ist es zudem wichtig, die Akkus ab einer Dauer von 1 - 2 Tagen auf eine Lagerspannung zu laden oder zu entladen. Diese beträgt bei LiPos 3,85V pro Zelle. Der Junsi hat hierfür ein das Programm STORAGE und stellt die entsprechende Spannung zuverlässig ein. Wird der Akku benötigt, so kann dieser in der Regel mit 1C, also in meinem Fall mit 16 A Ladestrom auf die Ladeschlussspannung gebracht werden. Ein weiterer Punkt betrifft das tiefe Entladen. Die Spannung pro Zelle sollte keinesfalls unter 3,3 V sinken. Insofern ist eine Spannungsanzeige, wie beim KX3 implementiert, sehr zweckmäßig, um bei spätestens 10 V den Betrieb einzustellen.
Im praktischen Betrieb kann ich etwa 2h ambitioniert SSB mit 100W aus der KXPA 100 senden. Dann ist die Spannung von 12,4 V auf etwa 11,5 V abgesunken. Für weitere 2 h lässt sich der Betrieb mit 50W fortführen. Dies war das Ergebnis nach dem ersten Test und muss sicher langfristig genauer betrachtet werden.

Sonntag, 9. April 2017

Yaesu FTM-100DE - portabel auf dem Fahrrad

Kaum sind die Temperaturen wieder angenehm, zieht es mich wieder nach außerhalb. Zwar war ich dieses Jahr noch nicht auf Kurzwelle portabel qrv, doch auf UKW folgte heute der Auftakt. Hierfür gab es auch eine Erweiterung in der heimischen Station, indem ich mir vor 3 Wochen einen FTM-100 zulegte.

Der Kauf hatte verschiedene Gründe. Da ich auf UKW FM recht abstinent war, wollte ich etwas mehr Verbindung zu den Funkamateuren im Alten Land halten. Dazu kam, dass mich auch die digitalen Modi auf UKW interessierten und ich C4FM aufgrund der schon ausgeklügelten Marketing-Strategie von Yaesu für eine durchaus zukunftsfähige Sendeart halte. Weiterhin war mir wichtig, auch wieder in APRS qrv zu sein und das mit möglichst wenig Aufwand. Mit Grauen erinnere ich mich an mein TMD-710 mit serieller GPS-Maus und der damit einhergehenden Kabelage. Der letzte für mich entscheidende Punkt war der Preis. D-Star hätte ich ebenfalls interessant gefunden, nur war mir die Preispolitik seitens Icom schlichtweg zu teuer.

Nachdem Auspacken war mein erster Eindruck positiv. Es gibt nämlich anbei einen Display-Halter und ein Verlängerungskabel für den abgesetzten Betrieb. Die Verarbeitung vom Gerät ist in weiten Teilen in Ordnung, insofern passen Preis und Leistung in jedem Fall. Schade finde ich bis dato, dass sich das Mikrofon nicht am Bedienteil anschließen lässt, was den Absetzgedanken doch nachhaltig schmälert. Weiterhin ist es leider auch nicht möglich, parallel APRS und Sprechfunk zu betreiben, wie es seinerzeit bei meinem Kenwood der Fall war. Dafür aber kostet der Yaesu auch nur einen Bruchteil.
Hinsichtlich der Einsatzmöglichkeiten bei dem kleinen Gerät gibt es kaum Grenzen. Neben dem klassischen Betrieb in der Station plane ich, den Yaesu im Sommer auch auf dem Boot auf der Elbe zu nutzen. Eine weitere schöne Sache ist es, den FTM-100 auf dem Fahrrad zu nutzen.
Hierzu montierte ich mir eine Diamond NR-770 auf dem Anhänger für meinen Sohn, in welchem sich auch Platz für das Kerngerät samt 17Ah Akku fand.
Das Bedienteil fand ergonomisch angeordnet Platz am Lenker. Damit ist zwar kein Sprechfunk während der Fahrt möglich, da das Mikrofon zu weit entfernt ist, aber der APRS Betrieb geht wunderbar. Werden Pausen eingelegt, so kann natürlich bequem auf den einzelnen Frequenzen gefunkt werden. Das Absetzkabel lässt sich übrigens mittels wieder verschließbarer Kabelbinder in wenigen Minuten sicher fixieren.
Nach den ersten Wochen habe ich meine Kaufentscheidung nicht bereut. Das Funkgerät erfüllt alle gewünschten Zwecke, die Bedienung ist nachvollziehbar und auch Betrieb in C4FM ist eine neue wie interessante Erfahrung. Auf 145,400 MHz treffen sich zudem täglich die Funkamateure des Alten Landes und des Raumes Stade, sodass Funkspaß regelmäßig garantiert ist.

Montag, 20. Februar 2017

WSPR auf 630m - Aktivantenne & OB9-5 am Anan 200d

Wie sich die Zuteilung der knappen Ressource Frequenz über nunmehr einhundert Jahre entwickelt hat, ist faszinierend. Wurden zu Beginn der Ära, die um den Äther kreiste, hohe Frequenzen als nutzlos erachtet, so dauerte es nicht lange, bis die Forschung den Gegenbeweis lieferte. Megahertz um Megahertz wurde so zunehmend institutionell dominiert oder kommerziell kapitalisiert. Für den Amateurfunk blieben in der Regel dann nur noch Restbereiche, wo sich zuvor allerlei Experimentalfunk tummeln konnte. Doch seitdem die unteren Frequenzen nach jahrzehntelanger intensiver Nutzung an Bedeutung verlieren, setzt eine gewisse Gegenbewegung ein. Nicht nur das 137KHz Band ist den Funkamateuren zugesprochen worden, auch ein Teil der Mittelwelle um 475KHz darf seit einiger Zeit wieder durch uns sendeseitig genutzt werden.
Seit einiger Zeit interessiert mich dieser Frequenzbereich, da ich hier in meiner Jugend bereits viele Höreindrücke gesammlet hatte. Den Bereich um 137KHz verwarf ich, da der Aufwand doch recht hoch ist, bedenkt man eines Tages auf dem Band auch senden zu wollen. Da das 630m Band auch bereits unter den WSPR Usern fest erschlossen worden ist, lege ich derzeit auf diesen Bereich mein Aufenmerk.
Für mich steht zunächst einmal der reine Bakenempfang im Fokus. Der Anan 200d ist hierzu aufgrund seiner hervorragenden Empfänger insbesondere geeignet. Mit 2 ADC besteht die Möglichkeit, WSPR Signale zeitgleich an zwei verschiedenen Antenne zu empfangen.
Als Antenne verwende ich einerseits eine PA0NHC Aktivantenne, die ich bei http://transverters-store.com via eBay in der Ukraine geordert habe. Die zweite Antenne, und das ist schon erstaunlich, bildet mein Optibeam OB9-5. Obwohl die Antenne für die höheren Kurzwellenbänder spezifiziert ist, empfängt der Beam auf 630m sehr gut.
Nachdem ich die Anlage mehrere Nächte am Wochenende habe laufen lassen, ergibt sich stets ein 3 bis 4 dB geringeres Signal der empfangenen WSPR Baken an der Aktivantenne im Vergleich zum Beam. Was jedoch auffällt ist, dass der Signal-Rauschabstand bei der Aktivantenne deutlich besser ausfällt, als beim Optibeam. Insofern gelang es mir bis dato mit der Aktivantenne, nahezu so viele Stationen in WSPR zu decodieren, wie mit dem Beam. Nur in Grenzsituationen entscheiden die 3 bis 4 dB über hören oder nicht hören. So konnte ich mit dem Beam bereits zwei Stationen aus den USA empfangen, was mir mit der Mini Whip nicht gelang.
Einen zeitgleichen Empfangseindruck vermittelt das folgende Bild:

Insgesamt komme ich zum Ergebnis, dass bereits der Empfang auf 630m beeindruckend ist. Bedenkt man den Aufwand, den einige OM weltweit betreiben müssen, um vielleicht ein halbes oder ein Watt EIRP abstrahlen zu können. Der Anan 200d ist in jedem Fall ein sehr guter RX auf Mittelwelle, auch wenn er hierfür keine spezifizierten Filter bietet. Sicherlich lässt sich der Empfang weiter optimieren, da der Anan es zulässt, ein manuelles Filter per BNC Stecker rückseitig in den Empfangskreis einzubinden.

Im nächsten Schritt, und das wird dauern, soll der Anan auch auf 630m auf Sendung gehen. Sendeseitig stellt der Frequenzbereich kein Problem für den Anan dar. Nur eignen sich weder die Whip noch der Beam als Sendeantennen. Den Beam bekomme ich am Tuner auf etwa 1:3 SWR angepasst, was mit mit enormen Verlusten verbunden ist und demnach kaum Aussicht auf Erfolg hat. Insofern muss absehbar ein ausgedientes Gartenfass zum Variometer umgebaut werden...

Freitag, 3. Februar 2017

Als das Postamt noch den Radioempfang genehmigte...

Als das Radio in den 1920er Jahren als Unterhaltungsmedium zunehmend in Erscheinung trat, war es keineswegs so, dass ein jeder am Rundfunk teilnehmen durfte. Vielmehr war es zu dieser Zeit notwendig, über eine entsprechende Genehmigung des zuständigen Postamtes zu verfügen. Dieses Postamt war im Weiteren auch dafür zuständig, die Genehmigungsgebühr monatlich einzuziehen. Wenngleich seinerzeit noch niemand an eine GEZ gedacht hat, eine Parallele entsteht heutzutage im Kopf sehr schnell.
Vor wenigen Tagen konnte ich eine solche Genehmigung aus Breslau vom Postamt 5 für einen kleinen Obolus erstehen. Vielleicht kann jemand zum Rundfunkteilnehmer Herbert Heidenreich von der Seydlitzstraße oder vom genehmigenden Beamten Friedrich Wilhelm Vogt noch etwas mitteilen?
Anbei ein Stück Geschichte, dass ich mir in einem kleinen Rahmen als Erinnerung an die Wand hängen werde:
Neben der Genehmigung gab es seinerzeit natürlich auch ein Hinweisblatt mit Auflagen, was beim Empfang zu beachten war:
Und auch die abschließende Genehmigung von Herrn Vogt möchte ich nicht vorenthalten:

Montag, 2. Januar 2017

144-MHz-Transverter vom Funkamateur

Bereits seit einem knappen Jahr befasse ich mich immer mal wieder mit dem Thema Transverter für 2m. Gestartet bin ich im vergangenen Jahr mit den preisgünstigen Bausätzen aus der Ukraine, die auf eBay angeboten werden. Leider ist es so, dass der verwendete Eintaktmischer eher dem technischen Niveau der 70er Jahre entspricht und bei 10W Output kaum die gesetzlichen Anforderungen hinsichtlich der geforderten Nebenwellen-Unterdrückung erreichen kann. Problemlos sind mit dem 60$-Kit aber Basteleien möglich, die ich in vorangegangenen Artikeln beschrieben habe.
Um das Thema 2m auf etwas professionellere Beine zu stellen, kam Mitte des vergangen Jahres die Ankündigung von der Fachzeitschrift Funkamateur, eine Serie von Bausätzen für UKW, jeweils basierend auf erprobten Designs von DC8RI, auf den Weg zu bringen. Als early bird folgte seinerzeit meine Bestellung umgehend, da 320€ schon ein gewichtiges Argument waren, vergleicht man die Preise für alternative Transverterlösungen.
Der Bausatz wird gut sortiert geliefert, wobei eine sehr ausführliche Baumappe ebenfalls enthalten ist. Die Baumappe ist nicht nur schriftlich verfasst, sondern gibt auch bei etwas komplexeren Schritten bebilderte Hinweise. Zudem empfand ich es sehr positiv, dass als Messmittel für den Aufbau keine aufwendigen Messgeräte erforderlich sind. Lediglich die Werkzeuge, die der Standard-OM zur Verfügung hat, werden auch tatsächlich benötigt.
Der Aufbau selbst ist nach Durchsehen der Baumappe per se kein Problem. Klassisch wird ein bedrahtetes Bauelement nach dem anderen eingesetzt, wobei die Bauelemente in SMD-Norm bereits ihren Platz auf der Platine werksseitig gefunden haben. Bereits ab den ersten Bauschritten werden immer wieder Messungen der Stromstärke vorgenommen, um zu ermitteln, ob die eben fertiggestellte Baugruppe auch ordnungsgemäß funktioniert.
An einer Stelle sollte unbedingt Obacht gegeben werden. Was der Transverter in keinem Fall verzeiht, ist ein Eingangssignal ohne, dass eine PTT-Tastung erfolgt. Dies führt leider unweigerlich dazu, dass der RX-Kreis Schaden nimmt. Durch eine Unachtsamkeit passierte mir dies, wobei ich es nicht zweifelsfrei im Nachgang erkennen konnte. Ein sicheres Zeichen ist es jedoch, wenn ein nahegelegenes Relais, das eigentlich 59+ bringen sollte, plötzlich nur noch mit 54 zu hören ist...
Ich nutzte diesen Anlass, um auch einmal den Support des Funkamateurs zu nutzen und bat neben der Reparatur, auch um ein professionelles Einmessen des Transverters. Nach einer kurzen Wartezeit bekam ich dann meinen Transverter wie gewünscht zurück und lege seitdem besonderen Wert auf die PTT-Tastung.
Was mache ich mit dem guten Stück eigentlich? Aktuell betreibe ich als Antenne eine Diamond X30 daran und den Elecraft KX3 als Treiber. Mit diesem Aufbau kann ich die umliegende Relaiswelt mitverfolgen und ein wenig in APRS schauen. Diese Anwendung ist jedoch gelinde gesagt Perlen vor die Säue. Im Frühjahr wird eine Langyagi in 14m Höhe montiert, eine kleine VHF-PA dazwischen geschaltet und dann einmal geschaut, was der SSB-Teil auf 2m so zu bieten hat. Als Treiber werde ich dann den Anan 200d oder den KX3 verwenden. Ich werde berichten...

Samstag, 24. Dezember 2016

Der optimale Beam – Optibeam OB9-5

Warum ich mich für den Opti entschieden habe, ist im Artikel zuvor etwas umfänglicher abgeleitet worden. Für mich ist er eben der optimale Beam. Doch nun erst einmal zur Antenne selbst.

Vorweg nehmen muss ich die wirklich gute Beratung und der absolut friktionsfreie Bestellvorgang. Tom DF2BO hat mich umfassend informiert und es dauerte nur wenige Tage, bis mich der Logistiker Dachser anrief, um eine Richtantenne bei mir abgeben zu wollen. Sehr kooperativ fanden wir schnell ein passendes Zeitfenster.
Der Karton mit dem Optibeam ist erstaunlich klein. Ich hatte ehrlich gesagt mit mehr gerechnet. In dem 3m langen Karton waren alle Teile wohlsortiert und gut gegen Beschädigungen geschützt. Während die Altpapiertonne von Tom leer wurde, hat sich meine nachdem Auspacken merklich gefüllt...
Nun ging es sogleich an den Aufbau. Da ich die Altpapiertonne ohnehin schon stehen hatte, bildete diese, mangels zweier Böcke, eine gute Montage-Bank. Nachdem ich im Vorfeld die kurze, aber recht präzise Bedienungsanleitung gelesen hatte, fiel mir das Zusammensetzen der Teile nicht schwer. Fehler können sich sicherlich einschleichen, aber dabei muss schon fast mit grobem Vorsatz gehandelt werden.
Als erstes entsteht der Boom, dann folgen die Elemente und anschließend die Phasenleitung. Bei den Elementen habe ich zunächst nur die Stummel montiert, da ich den Beam anschließend eigenhändig an den Tower geschraubt habe. Eine Unterstützung wäre fraglos hilfreich gewesen, war aber leider nicht zur Hand. Damit sah der Opti am ersten Abend eher wie eine 6m Yagi aus, jedoch folgte die Transformation in einen richtigen KW-Beam am nächsten Morgen.
Zwei Dinge haben mich beim Aufbau am meisten beeindruckt. Einerseits wird kein Maßband benötigt, da alle Befestigungsstellen mit Edding bereits markiert sind. Andererseits kennt diese Antenne keine Schlauchschellen und ergo kein Abstimmen. Es ist ein Plug and Play Bausatz, der unmittelbar funktioniert. 
Hinsichtlich der Performance ist zu diesem Beam bereits viel zu lesen. Ich muss gestehen, dass ich zwar auch schon Erfahrungen mit dem A3S und dem FB33 sammeln konnte, aber subjektiv nicht einschätzen kann, inwiefern sich der Optibeam nun konkret im daily doing unterscheidet. Fakt ist aber, dass ich jedes DX, das ich bisher gehört habe, auch ins Log eintragen konnte. Erstaunt war ich, dass mir hierzu stets 200 Watt Input ausgereicht haben, um in Pileups nach kurzer Zeit, ab und an auch im ersten Anruf, zu bestehen. Insofern, well done Optibeam!
Die Boomabspannung ist auf diesem Bild noch nicht montiert, jedoch sollte diese unbedingt verwendet werden, um Schäden an der Antenne zu verhindern.


Montag, 12. Dezember 2016

Weiterentwicklung der Antennenanlage – die Frage nach dem optimalenBeam?

Der Aufbau meines Towers im November war natürlich nur der Startpunkt, um etwas ambitionierter am DX-Geschäft teilnehmen zu können. Mit dem zuerst montierten Rotary Dipole von EAntennas für 40m bin ich nach über 200 QSOs mehr als zufrieden. DX geht mit wenigen Anrufen sowohl per Short- als auch per Longpath, wobei die Richtwirkung auch ohne zweites Element stark ausgeprägt ist.


Nun recherchierte ich über einige Wochen, wie die Station weiter ausgebaut werden sollte. Für die weniger genutzten Bänder 80 und 30 habe ich mich schnell für den klassischen Viertelwellensloper entschieden, eine Antenne, die mit wenig Aufwand ganz gute Leistungen im DX-Verkehr bietet.

Die Bänder von 20 bis 10 sollten jedoch ambitionierter angegangen werden. Zunächst stand die Frage, ob eine Dreiband-Lösung mit den klassischen Bändern oder eine Fünfband-Lösung all in präferiert werden sollte. Nach einigem Recherchieren kam ich zudem Ergebnis, dass Trap-freie Modell wie z.B. Optibeams OB7-3 oder OB6-3M einschließlich der Substitute von EAntennas und Momobeam sich durchaus per Tuner auf den WARC-Bändern anpassen lassen. Recht einhellig wird berichtet, dass die Performance einer solchen Anpassung mit einen Mono-Rotary Dipole für das jeweilige Band vergleichbar ist. 

Da aber mit Blick auf die nahenden Entwicklungen auf der Sonne neben 20 eher 17 als 15 in den Fokus der Aktivität rücken wird, entschloss ich mich für etwas mehr als einen Rotary Dipole für das 17 Meter Band. Damit lagen die vorgenannten Modelle nicht mehr im Zielfeld.

Durch meinen lediglich 6 Meter messenden Drehradius, der mir zur Verfügung steht, ohne des Nachbars Luftraum zu verletzen, war eine weitere Eingangsbedingung definiert worden. Weiterhin kam ein Aufbau mit Traps wie von Mosley, Fritzel oder Cushcraft bekannt, nicht in Frage. Die begrenzte Bandbreite und die Anfälligkeit der Traps, zudem auch das oftmals hohe Gewicht stimmten mich in Richtung einer Full-Size Lösung, zumal der Platz mit den 6m Drehradius vorhanden ist.

Mit Blick auf diese Bedingungen kamen nun noch Konzepte der folgenden Anbieter in Frage: Optibeam, Acom, Momobeam, EAntennas, LZ-Yagi-Antenna und SP7GXP. Kurz habe ich auch eine elektromechanische Lösung von Ultrabeam mit 3 Elementen in Erwägung gezogen, dies aber schnell fallengelassen. Die Gründe hierfür lagen vor allem in meinem mangelnden Vertrauen in die recht komplexe Technik, im recht hohen Wertverlust und dem dagegen hohen Anschaffungspreis.

Bei den rein mechanischen Beams sind die Antennen vonSP7GXP und LZ sicher die Preistipps. Über beide Hersteller liest man vorrangig Gutes, wobei SP7GXP in Osteuropa ein sehr hohes Renommee besitzt. Bei LZ habe ich mich im Ergebnis doch aufgrund der ordentlichen, aber nicht perfekten Qualität abgewendet. Die SP7 Beams empfand ich als sehr mächtig, insbesondere mit Blick auf das Gewicht. Zudem missfallen mir die einzelnen Traps in der offerierten Fünfband-Lösung.

Die Antennen von EAntennas und von Momobeam gefielen mir ebenfalls gut, jedoch fiel der Preis eines Fünfband-Beams von EA schon fast in die Optibeam-Region. Bei Momo habe ich über den MB10 leider keine User-Berichte  finden können, zudem missfiel mir auch der vergleichsweise kurze Boom. Dieser wirkt sicher nicht positiv auf das ohnehin schon begrenzte V/R-Verhältnis eines Zweielementers für das jeweilige Band. Zudem fällt dadurch auch der Abstand der Elemente zueinander eng aus, was die Montage am Hummelmast nicht einfacher werden lässt.

Was ich ebenfalls sehr attraktiv fand, ist die Acom LS86. Diese LogPer hat gute Werte und einen guten Preis. Letztendlich gefiel mir aber der Bereich der Phasenleitung mit den vielen kleinen Plastikteilchen nicht so recht, auch fand ich die Masthalterung recht schmal, was auch in einigen Berichten im Internet als wunder Punkt aufgeworfen wurde.

Damit stand am Ende wieder das Produkt, was ich bereits zu Beginn meiner Recherche ins Auge gefasst hatte. Letztlich entschied ich mich für den Optibeam OB9-5. Der hohe Preis rechtfertigt jedoch zweifelsohne, sich auch bei anderen Marktteilnehmern umzusehen. Im Ergebnis traf ich jedoch meine Wahl, da mich die User-Berichte umfassend überzeugten und die Hobbykasse den entsprechenden Füllstand aufwies. In Summa kann ich zusammenfassen, dass eine Antenne, die nicht abgestimmt werden muss, keine Schlauchschellen kennt und durchweg positiv bewertet wird, eben den optimalen Beam für meine Bedingungen darstellt. Doch dazu im nächsten Beitrag mehr.



Montag, 14. November 2016

EAntennas 40MDY1

Nun steht der Hummeltower seit einigen Tagen, doch das allein reicht natürlich nicht. Als erste Antenne fand ein Rotary Dipole für 40m Monoband auf meinen Mast. Die Antenne hat einen Drehradius von lediglich 6m, was für mich, neben den positiven Erfahrungsberichten im Netz, wesentlich war.
Der Aufbau der Antenne ist in einer guten Stunde erledigt und auch die Montage am Mast geht recht zügig. Die Passungen der Antenne sind in Ordnung, ab und an muss minimal nachgeholfen werden. Die Schrauben werden ausnahmelos als VA-Material geliefert, zudem findet sich in den wohl sortierten Tütchen auch etwas Ersatz.

Die Abspannung des Dipols ist gut gelöst und wirklich zwingend, da die großen Luftspulen schon ein gutes Gewicht besitzen. Die Abstimmung der Antenne dauerte hingegen länger, als erwartet. Der Grund hierfür lag darin, dass laut Anleitung die Enden über einen Meter aus dem vorletzten Rohr herausragen sollten. So geschrieben, so getan. Im Ergebnis lag mein Dip extrem tief, sodass ich die Enden bis auf 45cm einschieben musste, um nachfolgende Messcharts zu erzielen.
Im Betrieb ist die Antenne hervorragend. Die Richtwirkung ist deutlicher ausgeprägt, als erhofft und der Empfang fällt sehr ruhig aus. QRP Stationen aus ganz Europa haben den Weg ins Log gefunden, die normalerweise im Rauschen gewesen wären. Was DX anbelangt, so waren leider die Condx so schwach, dass mir außer Grönland noch keine besondere Verbindung gelang.


Montag, 31. Oktober 2016

Ein Wahrzeichen im heimischen Garten - Hummels Junior XL

Alles begann an einem sonnigen Tag in Kühlungsborn am Strand der Ostsee. Die Idee für einen eigenen massiven Masten im Garten schwebte mir schon länger vor, jedoch scheute ich neben dem finanziellen Aufwand vor allem den Umfang des Projektes. Im Rahmen einer kleine Contestgruppe hatte ich bereits vor knapp 10 Jahren am Aufbau eines BP40 mitgearbeitet und wusste daher nur zu gut, welches vor allem körperliche Preisschild an diesem Projekt hängen sollte.

Davon unabhängig nutzte ich die warmen Sonnenstunden am Meer dazu, mich intensiver mit der Materie zu befassen. Nachdem ich mit der iPad App AutoCAD 360 erst einmal eine Grundstücksskizze angefertigt hatte, ging es daran, den möglichst besten Aufbauort zu identifizieren. Da unser Grundstück nur knapp über 450qm misst, musste der Ort gefunden werden, wo sich ein Drehradius von 6m realisieren ließ, ohne den Luftraum der Nachbarn zu verletzen.

Dieser Schritt war schnell vollzogen, sodass ich mich nun in die Akquise um einen gebrauchten Masten begeben konnte. Wider Erwarten erhielt ich einige Angebote und es kristallisierte sich für mich schnell die Kernfrage heraus, ob es ein BP40 oder doch besser ein Hummelmast werden sollte. Kurzum, der Hummel Junior XL bekam den Zuschlag. Einerseits befand sich der Mast bereits abgebaut in 40 KmEntfernung zu meinem Wohnort und andererseits hatte es mir die Schlittenanlage für spätere Wartungsarbeiten angetan.

Die Abholung bei Gert, DG7MG, konnte bereits einen Tag nach unserer Rückkehr von der Ostseeküste erfolgen. Gert erklärte mir viel zudem Mast, was mit Blick auf die doch recht übersichtliche Montageanweisung sehr hilfreich war. Die vier Elemente passten mit 2,5m Länge problemlos samt Zubehör in meinen Leihanhänger. Aufgrund des insgesamt händelbaren Gewichts ließen sich die Mastssegmente problemlos von mir ohne Unterstützung transportieren.

Nachdem der Mast interimsmäßig an der Rückwand unseres Hauses verstaut war, folgte nun die wirklich anstrengende Arbeit. Zunächst war an der auserkorenen Stelle das Fundamentloch zu graben. Ich habe aufgrund der starken Winde in unseren Breiten die Abmessung des Fundaments auf 1,6 x 1,6 x 1,5m erhöht. Allein geschaufelt, war dies sicher die unangenehmste Arbeit, die aber nach zwei Tagen auch erledigt war.


Nun ging es daran, einen neuen Mastfuß bei Hummel zu ordern, den ich für 150€ auch umgehend geliefert bekam. Dazu kamen Bewehrungseisenstäbe, die ich mit starkem Draht verband und 2 Kreuzerder a 1,5m, um auch dem Thema Blitzschutz Rechnung zu tragen.
Den Beton habe ich mir für den nächsten Schritt liefern lassen, da mir der Aufwand zum selbst Mischen zu hoch erschien. Für 306€ erhielt ich den gewünschten Beton nahezu auf die Minute, leider gab es einen halben Kubikmeter zu viel... Aber, dank des Verzögerers konnten wir die ungenutzte Menge direkt im Nachbarort zurückbringen – Glück gehabt.

Auch dieser Schritt klappte wie er sollte und trotz des hohen Schüttdrucks vom Beton gelang es, den Mastfuß absolut gerade auszurichten. Diese Sorge trieb mich am meisten um, war aber im Nachhinein unbegründet.

Die folgenden vier Wochen benötigte der Beton zum Aushärten. Für mich blieb genügend Zeit, den Aushub aus dem Garten zu  befördern, was abermals schweißtreibend war. Zudem galt es, dem Rotor einen neuen Satz Kugeln zu spendieren, die Kabel zu ordern und die Mastsegmente zu warten. Dieser Schritt war wichtig, um alle der gefühlten eintausend M8 Schrauben nachzuziehen. Danach wurden die Segmente miteinander verschraubt, was als Einzelkämpfer wiederum sportlich, aber mit Anfang dreißig noch machbar war. Danach ging es daran, die Seilführung für den Schlitten zu kontrollieren und auch die Winde zu testen. Bereits in waagerechter Stellung fuhr der Korb erwartungsgemäß von links nach rechts.

Nun kam der sicher spannendste Tag. Man könnte auch schreiben, der Tag der Auferstehung, aber dies ist vielleicht auch im Luther-Jahr ein wenig zu weit gegriffen. Zu viert und mit einer Aluleiter, gelang es uns, dank der genialen Konstruktion über die Einmalscharniere, den Mast aufzurichten. Entgegen der Anleitung haben wir jedoch darauf verzichtet, den Korb in oberster Position zu belassen, da dessen Gewicht um den Totpunkt herum nicht unwesentlich war. Was sich eher zufällig bewehrt hat, war bei den Helfern die Tatsache, dass wir größenmäßig alle eine Kopfhöhe auseinanderlagen. Das klingt unspektakulär, war aber eine deutliche Erleichterung beim Aufrichten. 

Der Aufstellvorgang selbst war schon heftig, aber funktionierte wie geplant. Ein fünfter Mann hätte definitiv nicht geschadet, genug Kuchen wäre auch vor Ort gewesen... Nun galt es, den Mast mit insgesamt 64 Schrauben mit seinem Fuß zu verbinden. Dann folgte der kritische Blick auf die Wasserwaage, der sich schnell in Freude wandelte. Alles passte. Auch die erste Probefahrt des Korbes verlief erfolgreich. 

Neun Wochen waren nun von der Idee bis zur Realisierung vergangen. Gedankt sei an dieser Stelle vor allem Gert, der mir den Mast als jungen Papa zu wirklich guten Konditionen überließ sowie meinen Helfern, die maßgeblich an diesem Wahrzeichen mitgewirkt haben.

Im nächsten Schritt geht es nun an die Antennenmontage. Zunächst wird ein Rotary Dipole für 40m installiert werden, wobei dieser durch einen Optibeam zum Jahreswechsel ergänzt werden soll. Doch dazu aber später mehr...